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information

Project: HZPH, Hospizhaus Hall
Location: Hall, Austria
Type: Office, Healthcare
Year: 2015
Team: Mehlan, Opperer, Hugo
Client/Bidder: Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Innsbruck (AT)
Status: open international competition
ARGE Partner: aoffice, Arch. DI Gerhard Höllmüller (www.aoffice.at)

project text (ger)

Mit dem vorliegenden Hospizhaus soll ein Modellprojekt verwirklicht werden, in dem alle wesentlichen Bereiche der Hospiz- und Palliativversorgung unter einem Dach vereint sind. Das reibungslose Ineinandergreifen der einzelnen Funktionsbereiche (Hospiz- und Palliativstation, Tageshospiz, Akademie und Verwaltung) ist dabei jedoch nicht alleine ausschlaggebend; vielmehr gilt es vor allem auf die individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Bewohner*innen einzugehen.

Der vorliegende Entwurf erhebt dies zum zentralen Thema, indem er architektonisch wie städtebaulich ein möglichst breites Spektrum unterschiedlichster räumlicher Qualitäten schafft:

Städtebauliches Konzept

Der Entwurf reagiert durch die Situierung der Funktionen, Baustrukturen und Freiräume auf die topographischen und topologischen Bedingungen des umgebenden Stadtraums. Markante Baufluchten wie die des neuen Schulzentrums werden aufgenommen, um das Gebäude sinnfällig zu integrieren, Freiräume so angeordnet, dass sie auf bereits bestehende Rücksprünge in der angrenzenden Struktur reagieren.

Die identitätstiftende Form des Entwurfs ergibt sich dabei vor allem durch zwei elliptische Einschnitte des ansonsten kompakt gehaltenen Baukörpers. Die auf diese Weise geschaffenen Freiflächen dienen dazu, Außenraum und Natur unmittelbar im Gebäude erlebbar zu machen: Verwaltung und Akademie ist ein Garten mit Blick auf die Nordkette vorgelagert, nach Süden hin orientiert sich der Freiraum des Tageshospiz und der Hospizstation. Zusammen mit dem vom Stadtraum aus nicht einsehbaren Hospizgarten auf dem Dach des Gebäudes ergeben sich insgesamt drei begrünte Außenräume von grundlegend unterschiedlichem Charakter im Hinblick auf Belichtung, Zugänglichkeit und Ausblick.

Der im Süden ebenerdig vorspringende Eingangsbereich dient der klar identifizierbaren Adressbildung und kann von Westen, Süden und Osten her kommend intuitiv als Haupteingang gelesen werden.

Architektonische Qualität

Der Entwurf versteht das Hospiz als „offenes Haus“, das einerseits Gemeinschaft erlebbar macht, andererseits aber auch Raum für Rückzugsmöglichkeiten bietet. Die Vereinbarung beider Qualitäten erreicht das Projekt durch sein internes Erschließungskonzept und die vertikale Staffelung des Gebäudes:

ebenerdig befinden sich die öffentlichsten und am stärksten frequentierten Funktionsbereiche; Außenraum, interne Erschließung und Fassadenausbildung spiegeln den lebendigen Charakter wider. Im darüber liegenden ersten Stockwerk nimmt das Gebäude privatere Züge an: Von dem zentral aus gelegenen Aufenthaltsraum kann die Hälfte der Hospizzimmer über einen leicht geschwungenen Erschließungsweg niveaugleich erreicht werden, der das Motiv der Begegnungsräume ins Innere der Station fortsetzt. Um den Aufenthaltsraum in seiner Funktion als Ort der Begegnung und Kommunikation zu stärken, sieht der Entwurf eine Dachterrasse in direktem Anschluss daran vor. Im zweiten Obergeschoß findet das Gebäude mit dem Hospizgarten und der verbleibenden Hälfte der Hospizzimmer seinen Abschluss. Das Fehlen jedes Durchgangsverkehrs fördert die hier vorherrschende introvertierte, ruhige Atmosphäre.

Der Wettbewerbsbeitrag sieht in der zweigeschossigen Organisation der Hospizstation einen deutlichen Zugewinn hinsichtlich der räumlichen Differenzierung des Gebäudes, der es ermöglicht, individuell auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen und Besucher*innen nach Ruhe und/oder Kommunikation eingehen zu können. Die minimal längeren Verkehrswege erscheinen vor diesem Hintergrund nicht vorrangig.